Im Jahre 1974 übernahm ich von meinen Eltern den Weinbaubetrieb, im (darauffolgenden) Jahr die Hälfte des Betriebes von Dr. Ernst Franz, meinem Schwiegervater.
Von der rund 23 Hektar großen Gesamtfläche waren 15 Hektar mit Weinreben bepflanzt.

Bei den Weißweinsorten dominierten der Riesling, Weißburgunder, Pinot-Chardonnay und Gewürztraminer. Auf weiteren Parzellen wurden auch Bouvier, Müller-Thurgau, Muskat-Ottonell, Neuburger und Welschriesling kultiviert.

Bei den Rotweinsorten dominierte der Blaufränkische, aber auch der Blauburgunder, der Sankt – Laurent und die Zweigeltrebe waren stark vertreten.

Zu Beginn der Betriebsübernahme betrug das Verhältnis Weißwein zu Rotweinfläche 75 zu 25, es änderte sich jedoch im Laufe der Jahre auf 50 zu 50.

Geschichte des Hauses

Aus den Annalen des Ruster Stadtarchives ist ersichtlich, dass bereits im Jahre 1531 ein Gebäude am heutigen Conradplatz 13 stand, dessen Weinkeller besonders erwähnt wurde.

Bei der ersten Türkenbelagerung Wiens wurde ein Großteil der Ruster Häuser zerstört. In seiner heutigen Form wurde das Ganzlehen 1642 erbaut und beherbergte beim zweiten Ansturm der Türken 1683 auf die Reichshauptstadt etwa 180 Personen, die aus Angst vor den Türken aus der näheren Umgebung in die befestigte Stadt flüchteten.

Das Verhandlungsgeschick der damaligen Stadtväter und reichliche Geschenke bewirkten, daß Rust von den Türken verschont blieb.

Etwa 100 Jahre später bewohnte dieses Haus ein Bürger, namens Türk, wenn er mit deutschsprechenden Behörden verhandelte. Bei den ungarischen Behörden oder Geschäftsleuten nannte er sich einfach Török, die Übersetzung des Namens in die ungarische Sprache.

Ein Vorgang, unvorstellbar bei der heutigen Bürokratie und Verwaltung!

Im Jahre 1945 besetzten die Russen einen Teil des Hauses und errichteten in der heutigen Diele die " Kommandatura". Der Ruster Wein und die Russen- ein gefahrvolles Zusammenspiel !

Im Jahre 1974 generalsaniert und renoviert, haben wir darin viele Weindegustationen mit manch prominenten Personen abgehalten, darunter der Kanzler der deutschen Einheit, Dr. Helmut Kohl.